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Sunniten gegen Schiiten

Im Irak ist der Konflikt zwischen den beiden Glaubensrichtungen des Islam ein alter . Vor allem in den vergangenen Jahren haben die Spannungen zugenommen. Die Bevölkerungsmehrheit ist schiitisch. Seit dem Sturz des Diktators Saddam Hussein 2003 fühlt sich die sunnitische Minderheit extrem benachteiligt. Bei politischen Entscheidungen haben sie bis heute in der Tat wenig Mitspracherecht. Das gilt auch für die wirtschaftlichen Ressourcen. Das alles schürt den Hass zwischen beiden islamischen Glaubensrichtungen.

Mossul ist für Sunniten im Irak das wichtigste Zentrum. Kein Wunder also, dass die sunnitische Terrormiliz IS alles daran setzte, diese Stadt unter Kontrolle zu bekommen: Die Fundamentalisten nutzen Vorbehalte gegen Schiiten, um ihrer Herrschaft möglichst viel Stabilität zu geben. Diese tatsächliche wie vermeintliche Sympathie für den IS kommt den Bewohnern jetzt womöglich teuer zu stehen.

Bereits während der Schlacht um Mossul gab es Berichte darüber, dass angreifende schiitische Milizen Rache an der Bevölkerung übten.  Es soll Menschenrechtsgruppen zufolge  zahlreiche Lynchmorde und rücksichtslose Vertreibungen von Sunniten gegeben haben. Viele Einwohner fürchten deshalb um ihr Leben, sind verzweifelt.

Bislang ist auch noch völlig unklar, was aus Mossul wird. Wer wird künftig das Sagen haben? Wie soll die Verwaltung der Stadt aussehen? Auf solche Fragen gibt es keine Antworten.